Deutsch
Abstract Nach dem Relativismus gibt es keine Urteile, welche absolut gesprochen wahr oder falsch wären. Am Beispiel des Selbstmords und der Verzweiflung als Reaktion Heinrich von Kleists auf den „transzendentalen Relativismus“ Kants werden die einschneidenden existentiellen Konsequenzen der relativistischen Leugnung der Absolutheit der Wahrheit dargelegt. Anhand konkreter Aussagen wird gezeigt, daß dieWahrheit einem Urteil absolut und allein in seinem Verhältnis zur Wirklichkeit, und nicht relativ auf irgendein denkendes Wesen zukommt und deshalb der Relativismus dem einsichtigen Wesen der Wahrheit widerspricht. Während der Skeptizismus nur die Erkennbarkeit der Wahrheit bezweifelt oder leugnet, deutet der „Relativismus“ den Begriff der Urteilswahrheit radikal um. Aus dem Wesen der Wahrheit als Übereinstimmung mit bestehenden Sachverhalten folgt die Absurdität und Undenkbarkeit des vom Relativismus umgedeuteten Wahrheitsbegriffs, in dem Wahrheit mit einem subjektiven Für-wahr-Halten gleichgesetzt wird. Hand in Hand mit ihrem Widerspruch zum einsichtigen Wesen der Wahrheit widerspricht sich die Aussage der Relativität der Wahrheit selber. Denn die Aussage „Alle Wahrheit ist relativ“
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